Projektmanagement / Scrum 2019-02-25T15:16:36+02:00

Projektmanagement / Scrum

Agiles Projektmanagement mit Scrum

Der digitale Fortschritt bringt fundamentale Veränderungen und zahlreiche Komplexitäten mit sich – nicht nur in Bezug auf Märkte und Technologien, sondern auch auf den Wandel von Organisationen selbst.

In der Vergangenheit war die „Wasserfallmethode“ das Kernmodell aller projekttechnischen Organisationsstrukturen.

Das Prozessmodell „Wasserfall“ ist ein sehr Projektmanager-gelenktes Instrument. Im Vergleich zu agilen Ansätzen ist es sehr „starr“ und im Sinne der „Nachjustierung“ durchaus kritisch zu betrachten, da ein Change Request (CR) viel Zeit und weitere Kosten verursacht.

Der größte Nachteil bei dieser Entwicklungsmethode, dass insbesondere bei großen und komplexen Projekten sehr viel Zeit für die Konzeption und Entwicklung ins Land geht und sich zwischenzeitlich die Anforderungen des Marktes und der Kunden geändert haben. Im schlimmsten Fall ist die gesamte Entwicklung zum Go-Live bereits wieder veraltet. Diese mangelnde Flexibilität stellt also einen nicht zu unterschätzenden Risikofaktor dar.

Aus diesen immer schneller verlaufenden Lebenszyklen der technologischen Entwicklung muss bei Digitalisierungsstrategien auch die notwendige Agilität berücksichtigt werden. Deshalb benutzt man heutzutage agiles Projektmanagement-Methoden wie SCRUM und Kanban Canvas.

SCRUM ist die gängigste agile Projektganisation, um bessere Produkte bzw. Software in kürzerer Zeit zu liefern.

Hierbei wird das Gesamtprojekt auf einzelne, kurze Entwicklungsschritte heruntergebrochen.  Diese Sprints betragen je nach Komplexität und Ausgestaltung zwischen 1 – 4 Wochen, laufen teils parallel zueinander und werden bearbeitet, getestet und abgeschlossen.

SCRUM lässt sich durchaus schnell einführen, verlangt jedoch eine hohe Eigenmotivation und das Mitgestaltungsbedürfnis aller Projektbeteiligten. Eine Kernthese des „SCRUM“ ist, dass sich das entsprechende Projektteam nach Möglichkeit selbst verwaltet und Anforderungen durch Entwickler mit aufgenommen und in ein System-Design umgesetzt werden.

Das SCRUM-Team besteht aus einer kleinen Gruppe von Personen, die unterschiedliche Rollen einnehmen. Jedes SCRUM-Team arbeitet autark für sich. Es gibt im Rahmen der SCRUM-Methode User-Stories. Das sind kleine, in sich abgeschlossene „Geschichten“, die einzelne Funktionen, Usecases und Anforderungen beschreiben. Jede User Story wird bzgl. des Entwicklungsaufwands von dem Development-Team, welches Teil des SCRUM-Teams ist, bewertet.

Es gibt für die Bewertung der User-Stories eine Art „Währung“ in Form von Story Points. Für einen Sprint wird in der Regel festgelegt wie viele Stories-Points in einem Sprint vom Development-Team umgesetzt werden können.  Aus dem Pool von User-Stories kann dann priorisiert werden, welche Stories zunächst umgesetzt werden und welche später. Die Entscheidungen dafür fallen in regelmäßigen, aber kurz angesetzten Meetings durch den Product-Owner, der die Summe aller User-Stories ( Product-Backlog) verwaltet.

Die zusätzliche Komponente des SCRUM-Masters ist hierbei, dass es dem Entwicklungsteam ermöglicht wird, nach Möglichkeit barrierefrei im Sinne von fachlichen oder auch menschlichen Hindernissen arbeiten zu können. Kurz gesagt, soll sich ein SCRUM-Master mittelfristig selbst „überflüssig“ machen. Er ist der prozessuale Kopf des Teams.

Das kundenbezogene Individualisierungs- und Transformationsbedürfnis führt dazu, dass Planungssicherheiten immer mehr abhanden kommen. Um diesem Rechnung zu tragen ist „SCRUM“ als agiler Projektorganisationsansatz das geeignete Mittel, welches jedoch auch an seine Grenzen kommen kann.

Das Ächten von „Wasserfall“ oder „SCRUM“ ist durchaus kritisch anzusehen, da beide Methoden ihre Daseinsberechtigung haben. Je nach Projekt sollte das geeignete Modell im Sinne einer zielführenden Projektorganisation ausgewählt werden.

Der Trend bzw. Transformationsprozess geht immer mehr in Richtung agiler Methoden, allerdings findet auch „Wasserfall“ je nach Projekt noch seinen Einsatz.